Google Analytics 4 (GA4) und Looker Studio entwickeln sich kontinuierlich und rasant weiter. Um den Überblick über wichtige Updates zu behalten, liefern wir euch in unserem Beitrag einige wichtige Fakten und (Experten-)Tipps zur erfolgreichen Integration eurer GA4 Daten in Looker Studio.
Was ist Looker Studio überhaupt?
Looker Studio (ehemals: Google Data Studio) ist ein (kostenloses) Business Intelligence Tool von Google. Grundlegend zielt es darauf ab, Endanwendern wie z.B. Führungs-kräften, Managern sowie anderen Stakeholdern verfügbare Informationen so aufzubereiten, dass Geschäftsentscheidungen datengetrieben getroffen werden können. Looker Studio kann einerseits genutzt werden, um Daten von verschiedensten Quellen zu bearbeiten und andererseits Daten zu visualisieren. Somit ist es selbst für diejenigen, die sich ansonsten weniger mit Datenanalysen beschäftigten, möglich, aufschlussreiche Berichte und Diagramme zu erstellen, die auf unterschiedlichen Quellen basieren.
Wie werden Daten in Looker Studio integriert?
Datenquellen werden über einen sogenannten „Connector“ angebunden. Hierbei handelt es sich um ein Interface, das grundsätzlich eine einfache Integration ermöglicht. Zwei Typen von Connectoren lassen sich unterscheiden: „Looker Studio Connectors“ & „Partner Connectors”. Der Google Analytics Connector von Looker Studio nutzt dabei das Google Analytics 4 – Analytics Data API (Application Programming Interface).

Was ist die Google Analytics 4 – Analytics Data Schnittstelle?
Diese Schnittstelle (API) ermöglicht es uns, programmatischen Zugriff auf die GA4 Berichtsdaten zu erhalten, ohne das Standard User Interface von GA4 zu nutzen. Der Google Analytics Connector von Looker Studio macht sich diese Schnittstelle zu Nutze, um die GA4 Daten simpel zu integrieren. Der Haken: Diese Schnittstelle kann nicht beliebig oft genutzt werden. Es gibt bestimmte Abfrage Kontingente, sogenannte Quotas, stündlich sowie täglich, die nicht überschritten werden können. Sobald ein Kontingent ausgeschöpft ist, können keine neuen Anfragen über die Schnittstelle gemacht werden.
Die Herausforderung
Die Nutzung von Google Analytics und Looker Studio ist eine sehr beliebte Kombination, da beide Tools in einer kostenlosen Version verfügbar sind und eine Verknüpfung, dank des Looker Studio Connectors, grundsätzlich sehr einfach ist. Bis Mitte November 2022 haben die Limits des Analytics Data API keinen Einfluss auf die Anbindung von Google Analytics 4 in Looker Studio gehabt. Nach dieser Änderung und dem Rebranding letzten Jahres sind sehr viele Looker Studios nicht mehr in der Form brauchbar gewesen, da die Limits oftmals sehr schnell erreicht worden sind.
Das Looker Studio Team hat nach dem regen Aufschrei der Community ein Update für Looker Studio veröffentlicht, das die Häufigkeit der Abfragen gegen die Analytics Data Schnittstelle optimiert. Diese Anpassung löst das Problem aber leider (noch) nicht vollständig. Zusätzlich wurde die Möglichkeit in Looker Studio integriert, verbrauchte „Token“ als User einsehen zu können, um das verbleibende Kontingent transparenter zu machen.
Wieso stoße ich so schnell an mein Limit?
Folgende Gründe sind grundlegend dafür verantwortlich:
- viele verschiedene Nutzer greifen auf das Dashboard zu
- große Datenmengen werden abgefragt
- lange Zeiträume werden abgefragt
- das Dashboard ist komplex und beinhaltet viele verschiedene Visualisierungen
Und nun?
Ein möglicher und sehr naheliegender Lösungsansatz ist es, auf die kostenpflichtige Version von Google Analytics umzusteigen, um das Abfrage Kontingent zu erhöhen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, ein Datawarehouse wie z.B. BigQuery zu nutzen, damit die Analytics Data Schnittstelle bei der Anwendung von Looker Studio nicht allzu sehr beansprucht wird. Alternativ zu BigQuery können für den gleichen Zweck auch Google Sheets genutzt werden.

Fazit
Wie so oft gibt es auch in diesem Fall nicht die „eine, perfekte Lösung“, denn: es kommt drauf an. Einerseits ist es stark abhängig vom individuellen Ziel des Dashboards. Soll es z.B. ein Self-Service Punkt sein, in dem alle Endanwender mit den Daten auf explorative Art und Weise arbeiten oder eher ein statisches Dashboard? Gibt es bereits eine Infrastruktur, die genutzt werden könnte, wie z.B. ein eigenes Datawarehouse?
Fest steht, die Planung und Umsetzung eines Dashboards bedarf seit der letzten Umstellung definitiv mehr Planungsaufwand als vorher, da alle oben genannten Aspekte bereits in der Konzeptionsphase berücksichtigt werden müssen, um unschönen Überraschungen vorab aus dem Weg zu gehen.
Damit die Umstellung von Google Analytics zu GA4 erfolgreich und reibungslos gelingt, solltet ihr euch unseren vorangegangen Blogbeitrag: „GA4 – Das neue Google Analytics: So gelingt die Umstellung“ nicht entgehen lassen. Am 1. Juli 2023 wird Universal Analytics vollständig durch GA4 ersetzt – bleibt bis dahin über alle Neuankündigungen und Änderungen mit dem e-dynamics Blog up-to-date!
Gerne beraten wir bei den Möglichkeiten zum Einsatz von Looker Studio sowie bei der Migration zu GA4 in eurem Unternehmen. Sprecht uns an!
Feedback
Wir freuen uns über Feedback und weiteren Austausch zu Looker Studio und Google Analytics 4.